Reihenfolge und Auflistung der Grundlagen
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Reihenfolge und Auflistung der Grundlagen


Der Werkvertrag ist formfrei, er kann mündlich, durch schlüssiges Handeln oder schriftlich abgeschlossen werden.

Gerade beim eigenen Haus ist es sehr wichtig, dass die Ausführung auch genau den Vorstellungen der Bauherrschaft entspricht; deshalb ist darauf zu achten, Werkverträge immer schriftlich zu verfassen. Aber nicht alles, was zum Bau eines Hauses notwenig ist, muss auch zur Vertragsgrundlage werden. Die Aufzählung von Gesetzen, öffentlichen Vorschriften oder gängigen Normen, deren Einhaltung sich schon von Rechts wegen ergibt, machen einen Vertrag nur unübersichtlich. Welche Vertragsgrundlagen sind üblich?

Bebauungsplan des Grundstücks, amtlicher Lageplan.

Sobald sie sich entschließen, ein gewisses Grundstück zu kaufen oder ein schon eigenes Grundstück zu bebauen, ist dieses schon in „Art und Maß“ der Bebaubarkeit durch den Bebauungsplan reglementiert. Er weist dem Haus bereits eine bestimmte Stelle des Grundstücks zu; er bestimmt das Haus in seiner Größe, Dachform und in seiner Bauweise.
Der Bebauungsplan enthält also wichtige Angaben für Ihren Vertragspartner, die bei der Planung des Hauses berücksichtigt werden müssen.


Finanzierungsbestätigung


Der Nachweis der gesicherten Finanzierung wird häufig von Fertighausherstellern, Generalunternehmern und Bauträgern gefordert.
Wichtig: Diese Finanzierungsbestätigung sollte keine Zahlungsverpflichtung Ihrer Bank gegenüber Ihrem Bauvertragspartner beinhalten. Eine einfache Bestätigung der Bank, aus der hervorgeht, dass die Finanzierung des Hausbaus gesichert ist, reicht aus.

Bau- und Leistungsbeschreibung


Alle Angaben zur technischen und gestalterischen Beschaffenheit des Hauses werden hier festgehalten.
Wichtig: Nur, was in die Baubeschreibung schriftlich aufgenommen wird, wird auch so verwirklicht. Zeichnungen
Keine Musterdarstellungen mit Einschränkungen wie „...kann in Details abweichen...“ akzeptieren. Nur so gehen Sie sicher, dass Kamin, Dachgauben oder Erker an der richtigen Stelle und in der besprochenen Gestaltung ausgeführt werden.
Die Zeichnungen und/oder 3D-Darstellungen, die Ihr künftiges Haus grafisch darstellen, mit Datum und Projektbezeichnung (Bauort und Bauherr) in den Vertrag aufnehmen. Darauf achten, dass die Darstellungen bezugnehmen auf die Baubeschreibung. D.h., wird in der Baubeschreibung beispielsweise ein Erker beschrieben, muss dieser auch in den Zeichnungen erscheinen.
Benötigt werden alle Ansichten und Grundrisse, zwei Schnitte, Lageplan mit Einzeichnung des Hauses. Angebot bzw. Vertragssumme
MWSt. muss enthalten sein. Auf evtl. Einschränkungen des Angebotes achten, z.B. Bindung des Angebotes an Preislisten oder Fristen. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Das „Kleingedruckte“; verstößt eine Klausel gegen die Vorschriften der AGB-Gesetzgebung des BGB, ist sie unwirksam. An ihre Stelle tritt dann die für den Verbraucher günstigste Regelung des Gesetzes – unabhängig davon, ob Sie die AGB akzeptiert bzw. unterschrieben haben. Bei Klauseln, die für Sie ungünstig erscheinen, bietet es sich an, sie durch einen Fachmann kontrollieren zu lassen.

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