Fertighaus-Vertrag mit Fertighausanbieter

 Fertighaus-Vertrag mit Fertighausanbieter
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Fertighaus-Vertrag


Der Vertrag mit einem Fertighausanbieter ist einem GU-Vertrag sehr ähnlich. Vereinbart wird die Lieferung eines Hauses auf das Grundstück des Bauherrn; zusätzlich wird in der Regel vom Fertighausanbieter die Baugenehmigung eingeholt.

Lapidar ausgedrückt liefert die Fertighausfirma, was der Besteller oder Bauherr sich aus dem Firmenkatalog ausgesucht und schriftlich bestellt hat. Umgekehrt wird nichts geliefert, was man mit dem Firmenvertreter nur besprochen, aber nicht schriftlich fixiert. Die beim GU-Vertrag gemachten Ausführungen zu Zahlungsplan, Terminen, Festpreis und Baubeschreibung gelten auch hier.

Beim Kauf eines Fertighauses gibt es spezifische Fallstricke in Verträgen, die es zu umgehen gilt


Vorvertrag
Oft werden Kaufinteressenten nach Vorgesprächen gedrängt, einen Vorvertrag mit der Fertighausfirma einzugehen; man hätte so die Sicherheit, später wieder – z.B. nach der Sicherstellung der Finanzierung – auf gemachte Vereinbarungen oder etwa günstige Aktionspreise zurückzugreifen.
Das Werkvertragsrecht sieht aber keine Vorverträge vor; jeder mit einer Fertighausfirma geschlossene Vertrag ist also ein Werkvertrag mit allen Rechten und Pflichten. Das beinhaltet die Gefahr von nicht unerheblichen Schadenersatzforderungen. Entschließen sich nämlich die Kaufinteressenten, nach abgeschlossenem Vorvertrag nicht oder mit einer anderen Firma zu bauen, kommt das einer Kündigung gleich. Nach dem Werkvertragsrecht ist der Unternehmer berechtigt, nach Kündigung durch den Besteller die vereinbarte Vergütung (abzüglich ersparter Aufwendungen) zu verlangen. Der Fertighausfirma stehen nach Stornierung eines „Vorvertrages“ gem. §649 BGB mindestens 5% der vereinbarten Vergütung zu.

Gefahrtragung
Das Risiko für die Zerstörung des bestellten Hauses auf dem Transportweg vom Firmengelände auf das Baugrundstück trägt in der Regel der Käufer. Informieren Sie sich bei der Fertighausfirma über eventuell angebotene Versicherungen, um dieses finanziell erhebliche Risiko zu mindern.

Eignung des Baugrundstückes
Die einzelnen Fertighausteile werden mit einem Kran auf die Baustelle transportiert; der Kranwagen muss das Baugrundstück anfahren und der Kran sicher auf dem Grundstück stehen können. Beides ist bei nicht komplett erschlossenen Baugebieten oft nur eingeschränkt möglich. Selten kontrolliert ein Bauleiter der Hausfirma den Zustand der Grundstückszufahrt und des Baugrundes. Üblicherweise steht das im Kleingedruckten des Vertrages. Die Kosten für einen Kran, der nicht geliefert oder nicht aufgestellt werden kann, tragen die Käufer. Fragen Sie also beim Fertighausanbieter direkt nach, wer für die Prüfung von Zufahrt und Stellplatz des Krans zuständig ist.






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