Vertragsgrundlagen beim Hausbau - Alles was Sie wissen müssen

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Vertragsgrundlagen


Wir gehen tagtäglich Verträge ein, meist ist es uns gar nicht bewusst, dabei sind Verträge schriftlich und mündlich geschlossen gültig, manchmal auch gilt eine gewisse Situation selbst als Vertrag (konkludenter Vertragsschluss): Sie betreten die S-Bahn und stecken das Ticket in den Entwerter, schon ist ein Vertrag geschlossen. So oder ähnlich geht es auch bei Bauverträgen zu; manche geht man schriftlich ein, manche mündlich und manche, wenn man nicht aufpasst, auch konkludent.

Welche Vertragsart ist denn nun für Bauverträge die Richtige?


Gibt es überhaupt „den“ Bauvertrag? Da muss zuerst mal fragen: „Was erwarte ich letztendlich, wenn ich einen Vertrag zum Bau eines Hauses schließe?“ Möchte man „ein Stück“ Haus: Finger aufs Bild im Hauskatalog „Das will ich, kostet wie viel?“, oder möchte man doch ein individuelles Haus, vom Architekten geplant, von der Fertighausfirma entworfen und geliefert oder samt Grundstück vom Bauträger gekauft (am besten mit Extrawünschen)? Jede geschilderte Version, das eigene Traumhaus zu verwirklichen, erfordert eigene Vertragstypen: Architektenvertrag, Kaufvertrag, Werkvertrag, Bauträgervertrag. Diese sind im Grunde wirklich unterschiedlich, vom Architekten kauft man nichts, die Fertighausfirma baut nicht Stein-auf-Stein, der Bauträger befindet sich schon vom Gesetz her in einer ganz eigenen Vertragswelt. Dennoch vereinbart man im Wesentlichen immer das selbe: Planungs-, Bau- und Lieferleistungen, die zusammengenommen am Ende das eigene Haus ergeben; dazu kommen die Preisvereinbarung und eventuell ein Liefertermin.

Seit vielen Wochenenden besprechen wir uns mit dem netten Herrn von „Dingens-Haus. Modern und gemütlich vom größten Holzhausanbieter Europas“. Im Vertrag steht jetzt aber eine ortsansässige Baufirma, geht das denn – an wen wende ich mich nun, wenn ich Fragen zum Vertrag habe, oder Vertragsänderungen wünsche, wen bezahle ich und wer steht für Fehler gerade?

Bauvertrag dient der Sicherheit


Mein Finanzrahmen ist begrenzt, die ein oder andere Leistungsänderung habe ich schon im Sinn – manches kommt einem eben erst während der Bauphase – aber große Verteuerungen kann ich mir nicht leisten. Kann ich mir sicher sein, dass mein Geld reicht? Der Bauträger redet immer von „Wird sicher nicht so wild, bleibt alles im Rahmen.“ Das bietet mir keine große Sicherheit; ich hätte die Änderungen besser vertraglich vereinbart, und zwar schriftlich. Die zwei/drei mündlichen Zusagen, die ich den Handwerkern gemacht hatte, werden am Ende hoffentlich nicht zu teuer.

Ein guter Bauvertrag bietet Sicherheit, finanziell und rechtlich – und sorgt für guten Schlaf. Bauleistungen, Sonderwünsche, Termine und Kosten sind doch recht einfach in den Griff zu bekommen, vor allem mit fachmännischer Unterstützung. Der Architekt hilft hier immer, ist auch für das Ergebnis verantwortlich, ein Rechtsanwalt mit Vertiefung auf Baurecht ist eigentlich für alle zu empfehlen, nicht nur für Bauträgerkunden.






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