Baupreise - Vom Herstellungswert nicht blenden lassen!
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Baupreise - Vom Herstellungswert nicht blenden lassen!


Oft werden heute Häuser weit unter dem "Herstellungswert" angeboten, was im laufe vieler Bauvorhaben zu Problemen mit der Fertigstellung des Bauvorhabens führt!

Wie Sie wissen, ist der "richtige" Zahlungsplan die Garantie, dass die erbrachte und geschuldete Leistung des Bauunternehmers dem zu zahlenden "Geldwert" entspricht. Bei den Banken läuft dieses gleich bedeutend mit derer "Pflicht zur Werterhaltung gegenüber den Hypothekendarlehn". Die Banken haben dort die Pflicht sicherzustellen, dass aus dem Hypothekendarlehn nie mehr Geld ausgezahlt wird, als auf dem Bau an Gegenleistung vorhanden ist. Das dient zur Absicherung, damit immer genug Geld zur Verfügung steht um den Bau auch beenden zu können.

Da die Banken, bzw. deren Berater, aber die Zahlungspläne und Bauverträge häufig nicht ordentlich prüfen (obwohl es deren Pflicht wäre), kommt es immer wieder zu einer "Pflichtverletzung" gegenüber dieser gesetzlichen Verpflichtung.
Darauf wollen wir aber jetzt nicht weiter eingehen.

Damit Sie als Bauherren überhaupt erkennen können, ob ein Ihnen unterbreitetes Angebot realistisch ist, gibt es einen ganz einfachen Weg.
Lassen Sie sich bitte grob vermaßte Grundrisse und einen Schnitt durch das geplante Gebäude vorlegen. Berechnen Sie bitte, "ausdrücklich selber", den Rauminhalt des gesamten Gebäudes. Hierzu gehören auch geschlossene Dachüberstände, die Durchrechnung innenliegender Balkone, sowie die Hälfte eines Carports und die volle Miteinbeziehung der Garagen. Diese ermittelten "m³" umbauten Raum rechnen Sie "mal" 280,-€ Brutto. Dabei erhalten Sie den reinen "Herstellungswert" für Ihr Haus. Diesem Wert müssen Sie noch ca. 7,3% des Herstellungswertes an Architektenleistungen, incl. Statik, Energieausweis etc. und Bauleitung, sowie ca. 3.000,-€ für das Bodengutachten hinzurechnen. Der Wert den Sie dann erhalten, ist der ca. benötigte Baupreis (+/- 7 %), welcher ein Standarthaus ohne besondere Ausstattung, kosten sollte. Anbieter sollten diesen Preis in deren Angeboten eigentlich nicht unterschreiten. Tun Sie es aber trotzdem, so ist mit erheblichen Nachträgen zu rechnen, oder aber mit Problemen bei der Fertigstellung des Bauvorhabens, weil Geld fehlt. Beachten Sie bitte, dass alle Zusatzleistungen wie, Fußbodenheizung, Wärmepumpe, Photovoltaik, Kollektoren, oder Kamine Sonderleistungen sind, welche natürlich den Herstellungspreis erhöhen. Ebenso die Erweiterung der Ausstattung wie, mehr Steckdosen, Parkett statt Fliesen, etc. Es gibt einige Hausverkäufer die dazu neigen, nur um an Ihre Unterschrift unter einem Vertrag oder Vorvertrag heranzukommen, Teile der vorbenannten Sonderausstattungen oder Ausstattungserweiterungen, als im Baupreis enthalten darzustellen oder schriftlich mit einzutragen. In solchen Situationen ist besondere Vorsicht geboten. Ein letzter wichtiger Hinweis noch:

Bitte "vermeiden Sie" soviele Eigenleistungen wie möglich, da das für Sie als Bauherren nur Nachteile hat, egal was man Ihnen auch anders lautend weis machen will.

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