Bausumme beim Hausbau - Alles was Sie wissen müssen
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Bausumme


Ohne Finanzierung, d.h. Baukredit bei einer Bank, wird kaum jemand sein Traumhaus verwirklichen können. Eigenkapital ist meist erforderlich und generell zu empfehlen, den Rest leiht man sich. „Den Rest“ – Rest von was? Wie erfahre ich denn die zu finanzierende Summe? Kann ich nicht einfach zur Bank oder Bausparkasse gehen und um einen Baukredit bitten, als Bank kennt man sich ja aus, hat schon viele Einfamilienhäuser finanziert, kann ja keine großen Unterschiede bei den Kosten geben, oder?

So individuell jedes Einfamilienhaus ist, so unterschiedlich sind auch die Baukosten. Aber was genau sind „Baukosten“, gibt es da Regeln, man möchte den Baukredit möglichst genau fixieren, nicht zu wenig und nicht zu viel leihen. Tatsächlich gibt es eine Norm, die DIN 276 „Kosten im Bauwesen, Teil 1: Hochbau“; dieser Teil der Norm gilt für die Kostenplanung im Hochbau, insbesondere für die Ermittlung und die Gliederung von Kosten. Sie erstreckt sich auf die Kosten für den Neubau, den Umbau und die Modernisierung von Bauwerken sowie die damit zusammenhängenden projektbezogenen Kosten. In dieser Norm werden Baukosten in Kostengruppen gegliedert aufgeführt. Die Gliederung ist sehr genau, es werden Kosten vom Grundstück bis zu den Baunebenkosten ausgeführt, z.B. Außenwände, tragende Außenwände, nichttragende Außenwände, Gutachten, Beratung und Vermessung, Finanzierungskosten..., man trifft aber auch auf eher unklare Formulierungen wie „sonstige“ Baunebenkosten oder „sonstige“ Maßnahmen.

Eine normgerechte Gliederung der Bausumme ist eine Sache, der Wert der Bausumme eine andere; wie viel Geld ich letztendlich ausgeben werde, kann eine Norm nicht festlegen. Baustoffe, bestimmte Ausführungsvarianten, Sonderwünsche und sogar der Standort des Baugrundstücks sind Teile der Bausumme. Das heißt, dass die Bauherrschaft selbst verantwortlich für die Bausumme ist; sie legt zwar keine Preise fest, die Summe der Wünsche und Anforderungen an das künftige Heim ergeben die Baukosten. Auch was man sich nicht wünscht, bestimmt die Bausumme, der Notar und eventuell ein Makler stellen Rechnungen, Behörden verlangen Gebühren, das Finanzamt erwartet die Grunderwerbsteuer. Man investiert also schon einiges an Baugeld, bevor es mit dem eigentlichen Baugeschehen losgeht.

Und wenn die Bauplanung beginnt, die Gespräche mit der Fertighausfirma oder mit dem Bauträger, kann fast jedes Wort, mit einer Geldsumme beziffert werden. Selbst, was man nicht bespricht, eventuell nur im Kleingedruckten steht, kostet Geld. Baut man mit einem Architekten, ist dieser vom Gesetz her gefordert, die Bausumme möglichst genau zu schätzen und auch während der Bauzeit zu kontrollieren, für Fehler, d.h. Mehrkosten, kann er verantwortlich gemacht werden. Beim Bauen eines Fertighauses oder mit dem Bauträger ist das anders, da muss die Bauherrschaft den Überblick wahren und sich sehr genau selbst über die Zusammensetzung der Bausumme kümmern.


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