Bauunterlagen des Bauantrages
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Bauunterlagen des Bauantrages


Der Entwurf ist für den Bauherren der schönste und interessanteste Bestandteil des Bauantrages – der gem. Landesbauordnung so genannten Bauunterlagen.

Er kann sich und seine Vorstellungen in vielen Besprechungen und Verhandlungen in den Entwurf seines Traumhauses einbringen. Nicht jeder Wunsch, jedes Gestaltungsdetail wird aber verwirklicht werden können. Die uneingeschränkte Nutzung der Räume muss gewährleistet sein. So gibt es Vorgaben und Erfahrungswerte zur Einrichtung von Bädern und der Küche; die Wohn- und Schlafräume bedürfen einer bestimmten natürlichen Belichtung und Stellung zur Sonne – z.B. ist es einfach schöner, nach der Arbeit im Wohnzimmer die im Westen stehende Abendsonne zu genießen, und beim Frühstück die im Osten aufgehende.
Weiter sind die Vorgaben des Bebauungsplans und andere öffentlich-rechtliche Vorschriften zu beachten.
Der Planverfasser sorgt aber letztendlich dafür, dass der Entwurf den Wünschen des Bauherren
entspricht, vollständig ist und den öffentlich-rechtlichen Vorschriften genügt.

Weiterhin gehören zu den Bauunterlagen Flächen- und Raumberechnungen, verschiedene Nachweise
zu Statik, Wärmeschutz, Brand- und eventuell Schallschutz, der amtliche Lageplan und einige
Formulare.

In manchen Fällen können Ausnahmen und Befreiungen beantragt werden; die Landesbauordnungen sehen die Möglichkeit, Ausnahmen und Befreiungen zu gewähren, ausdrücklich vor, vor allem wenn die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zu unbeabsichtigten Härten führen würde und die Abweichung mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist. Dies verhandelt der Bauherr mit Hilfe des Planverfassers mit den Behörden. Im Rahmen ihrer Zuständigkeit haben die Bauaufsichtsbehörden die verantwortlichen Personen zu beraten. Der Antrag auf Ausnahmen oder Befreiungen wäre dann auch Bestandteil der Bauunterlagen.

Hat der Planverfasser nicht die nötige Sachkunde, einzelne notwendige Nachweise zu erbringen, muss er den Bauherrn entsprechend informieren und ihm helfen, sich hierfür geeignete Sachverständige zu suchen – den Statiker meistens, einen Energieberater für den Wärmeschutzbachweis oder einen Fachingenieur für den Schallschutz. Der Planverfasser kontrolliert und integriert die Leistungen der Sachverständigen dann entsprechend in seinen Entwurf.

Sind endlich alle Bauunterlagen vollständig, werden diese von Bauherr und Planverfasser unterschrieben und bei der Baubehörde schriftlich eingereicht; der Planverfasser muss dabei „bauvorlageberechtigt“ sein: Architekt, Innenarchitekt oder als Planverfasser geführter Bauingenieur. Die Baubehörde kann verlangen, dass die Bauvorlageberechtigung nachgewiesen wird; dies zu prüfen ist übrigens auch für den Bauherrn ratsam.

Es ist für später eventuell nötige Nachweise hilfreich, sich eine datierte Eingangsbestätigung der
Bauunterlagen aushändigen zu lassen – das Genehmigungsverfahren kann beginnen.


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