Verweigerung der Bau-Abnahme
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Verweigerung der Bau-Abnahme


Werden bei der Begehung wesentliche Mängel festgestellt, kann die Abnahme komplett verweigert werden. „Wesentlich“ bedeutet, dass der vertraglich vorgesehene Gebrauch nicht oder nur stark eingeschränkt möglich ist oder das Aussehen dem nach dem Vertrag vorausgesetzten nicht entspricht oder es liegen Rechtsmängel vor. Die Verweigerung der Abnahme kann bis zur Rückgängigmachung des Vertrages führen. Wegen „unwesentlicher Mängel“ dagegen darf gem. Gesetz die Abnahme nicht verweigert werden.

Wesentliche von unwesentlichen Mängeln zu unterscheiden, fällt Bauherren oft schwer, gehen dieses Thema zu oft emotional an. Noch unangenehmer wird das Gefühl, wenn man Mängel einfach so hinnehmen muss. „Ich bezahle diesem Typen einen Haufen Geld, und jetzt muss ich jedesmal, wenn ich nach Hause komme, diesen Fliesenpfusch ansehen.“ Oft werden mangelhafte Details auch überbewertet: „Das Haus sollte schlüsselfertig übereignet werden, das heißt für mich komplett fertig! Solange die Rollos im Schlafzimmer nicht funktionieren, sieht der keinen Cent von der letzten Rate“. Andererseits kann eine Vielzahl unwesentlicher Mängel einem wesentlichen Mangel gleichkommen und zur Verweigerung der Abnahme berechtigen.

Die Verweigerung der Abnahme ist das Recht der Bauherrschaft, auf das er bei wesentlichen Mängeln auch unbedingt zurückgreifen sollte.

Beispiele:

  • Es wurde im Innenausbau eine Holzart verwendet, die von der vertraglich vereinbarten abweicht.
  • Im „schlüsselfertigen“ Einfamilienhaus ist das Bad nicht fertig.
  • Das Haus entspricht nicht dem vereinbarten Energiestandard.
  • Die Außenmaße weichen von den Plänen ab.
  • Dachneigung zu flach, Wohnnutzung des Dachgeschosses nur eingeschränkt möglich.
  • Das Bauträgerhaus wurde ohne Baugenehmigung errichtet.

Bei unwesentlichen Mängeln fordert man eine Nachbesserung, nimmt die Nachbesserung selbst in die Hand oder die mangelbedingte Wertminderung wird durch eine geminderte Vergütung vergolten. Manche unwesentlichen Mängel muss man auch einfach hinnehmen; z.B. Abweichungen von Ebenheit oder rechtem Winkel, geringe Farbabweichungen. Wenn in der Diele bei bestimmtem Lichteinfall erkennbar ist, dass der Fliesenboden nicht eben ist, die nachgemessenen Maßtoleranzen aber den Regeln der Technik entsprechen, muss man diesen „Mangel“ hinnehmen.
Im Zweifel zieht man einen Fachmann zu Rate, bevor man die Abnahme einer Bauleistung zu Unrecht verweigert. Unrechtmäßig zu verweigern, kann nämlich schwerwiegende Folgen für die Bauherrschaft haben: langwierige Gerichtsverfahren, Schadenersatz.


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