Endabnahme - Rechtlich gesehen eigentlich die normale Abnahme
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Endabnahme


„Endabnahme“ ist genau wie die Zwischenabnahme keine gesetzliche Formulierung. Da das Werkvertragsrecht die Abnahme der fertigen Leistung verlangt, ist die Endabnahme die eigentliche Abnahme; vor Beendigung einer Bauleistung entsteht der Bauherrschaft also keine Abnahmepflicht.

Abnahme hört sich leicht an; geht man geht einfach zusammen mit dem Unternehmer auf die Baustelle, schaut sich die fertige Bauleistung an und sagt „Ja, das scheint alles richtig zu sein. Sieht gut aus“? Ja und nein – aber eher nein. Man sollte als Bauherr auf die Baustelle gehen, um die Bauleistung zu begutachten, das schon, wobei der Unternehmer nicht unbedingt anwesend sein muss. Wer aber zusätzlich anwesend sein sollte, wäre ein Bausachverständiger, der die Bauherrschaft bei der Abnahme unterstützt – diese wäre der Aufgabe alleine nicht gewachsen. Der planende Architekt, der Bauüberwacher oder ein externer Fachmann wären geeignet.
Zur Beurteilung der Bauleistung wird bei der Begehung auch der Vertrag mitgenommen, die passenden Planzeichnungen und die Leistungsbeschreibung. Mängel zeigen sich nicht nur in technischen Defekten und optischen Fehlern, auch Art (Farbe, Material, bestimmte Marke) und Menge der Leistung können mangelhaft sein. Der Fachmann schaut sich alles nicht nur an, es werden Bauteilanschlüsse geprüft, die Übereinstimmung mit den Vertragsunterlagen, die ordnungsgemäße Funktion von Bauteilen, falls nötig werden Abdeckungen entfernt. Eine solche Prozedur kann sehr lange dauern. Der Bauherrschaft wird das eventuell zu lang, man hat noch Termine, die Kinder warten „Wie lange müssen wir denn noch...?“. Die Anwesenheit der Bauherren ist für die Abnahme eigentlich nicht notwendig. Der Sachverständige kann die Begehung auch allein durchführen, er dokumentiert am Ende die Ergebnisse der Begutachtung und lässt das Abnahmeprotokoll den Bauherren zukommen. Gegebenenfalls schildert er festgestellte Mängel und erläutert das weitere Vorgehen. Förmlich abnehmen muss laut Gesetz die Bauherrschaft letztendlich selbst.


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