Schuldenfreies Eigenheim - Baufinanzierung
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Schuldenfreies Eigenheim - Baufinanzierung


Irgendwann im Leben möchten sich die meisten Menschen ein Eigenheim gestalten. Dann steht man also eines Tages vor der schwierigen Entscheidung einen Kredit aufzunehmen. Meistens, um sich eine Immobilie zu kaufen oder selbst bauen zu können.

Jedoch sind diese sehr teuer und auch Besserverdiener können nur selten die gesamten Kosten aus dem Ersparten decken. Man muss normalerweise schon ein Eigenkapital oder andere Sicherheiten vorweisen können, da seitens der Bank sehr selten 100% der Finanzierungen vergeben werden Das Risiko, dass der Kreditnehmer die Summe nicht mehr zurückzahlen kann, ist für die Bank nämlich hoch.

Kredite oder Darlehen sind eine ernsthafte Investition, die mit zahlreichen Bedingungen und Pflichten verbunden sind. Daher erscheint es für jemanden, der zum ersten Mal einen Kredit aufnehmen will, wohl recht kompliziert und verworren. Die endlosen Verbindlichkeiten schrecken eher ab, als einen zu ermutigen. Jedoch kann man mit genauer Planung und etwas Verhandlungsgeschick günstige Darlehen bekommen, die eine erfolgreiche Investition in die Zukunft bedeuten. Das Fremdkapital muss jedoch nicht nur aus dem Kredit der Bank bestehen, sonder auch in Wohnbauförderung. Hier lohnt es sich wiederum besonders, wenn man sich ausreichend informiert, da bei der richtigen, ökonomischen Bauweise teilweise sehr hohe Förderungen ausgezahlt werden.

Die richtige, selbständige Vorbereitung ist also sehr wichtig, und wenn man die Materie bereits etwas kennt, lässt es sich auch einfacher verhandeln. Um ein Gespräch mit der Bank oder dem Finanzberater kommt man nicht herum und soll man auch nicht, da gerade im persönlichen Gespräch die Möglichkeit besteht ein günstiges Angebot zu bekommen. Gerade junge Leute oder Familien, die ohnehin nur über ein kleines Eigenkapital verfügen, sollten sich besonders gut über ihre Möglichkeiten informieren, da ständig neue Kreditinstitute mit neuen Verbindlichkeiten entstehen. Die Bank, wo schon die Eltern Kunden waren, muss für einen selbst nicht die beste sein.

Die in Österreich häufigsten Finanzierungsmöglichkeiten sind über ein Baukonto, einen Fremdwährungskredit oder das Bauspardarlehen zu bekommen. Bei der Baukontofinanzierung wird Ihnen ein Überzugsrahmen auf dieses neu eingerichtete Baukonto gestattet. Da hier also nur die Summe verzinst wird, die man auch wirklich entnommen hat, hat man auch weniger andere laufende Kosten. Ausserdem eignet sich diese Art der Finanzierung besonders, wenn man rasch einen Kredit braucht. Dabei sollte der Betrag unter 100.000 Euro liegen. Auch hier kann man über den Zinssatz verhandeln.

Wenn man sich über einen Fremdwährungskredit finanzieren will, so sollte man stets bedenken, dass hier auch immer ein Teil Spekulation dabei ist, da sich der Wert des Geldes stets ändert. Daher muss man darauf achten, dass man die Möglichkeit bei seinem Kreditgeber hat, in einen Eurokredit umzusteigen, sollte die ausländische Währung im Wert stark schwanken. Da man hier grosse Summen an Zinsen sparen kann, sind die Nebenkosten vergleichsweise gering, jedoch stellt es immer ein gewisses Risiko dar, im Ausland Kredite aufzunehmen. Hier sollte man schon ein fundamentiertes Wissen über Geldgeschäfte und Devisen haben. In Österreich erfreut sich dieser Kredit immer grösseren Zuspruches, wohl auch, weil die Schweiz und Liechtenstein gleich nebenan liegen und persönliche Verhandlungen einfacher sind.

Will man sich ein Bauspardarlehen auszahlen lassen, worauf man auch ein Recht hat, solange man bereits über ein Bausparkonto verfügt, sollte man bedenken, dass die Art des Darlehens eher unflexibel ist, und sich einmal vereinbarte Verbindlichkeiten nicht mehr so einfach umverhandeln lassen. Auch die Nebenkosten sind eher hoch. Ausgezahlt wird einem normalerweise der Betrag, der noch auf die vereinbarte Sparsumme fehlt. Also die Differenz zwischen bereits Angespartem und dem vereinbarten Sparziel. Dafür ist dieser Kredit vergleichsweise sicher, da man die Summe im Normalfall ohne grosse Probleme tilgen kann.

Also reden Sie beim Beratungsgespräch nie nur über die Zinsen, da diese variabel sind, sondern über Gesamtbeträge. Und wenn es um die Aushandlung des Zinssatzes geht, lassen Sie sich nicht vom Nominalzins in die Irre führen, sondern sprechen Sie nur über den Effektivzins, der wichtige Nebenkosten bereits beinhaltet, wie zum Beispiel Bearbeitungsgebühren, Kosten der Beglaubung, Vinkulierung und andere Details, die das Fett aber sehr wohl heiss machen. In den Effektivzinssatz nicht eingerechnet sind die wichtigen Nebenkosten wie Versicherung, Kreditsteuer, Kontogebühren und ähnliches. Viele dieser Nebenkosten und Gebühren kann die Bank selbst bestimmen und genau hier bestehen auch die Möglichkeiten zu verhandeln. Man sollte sich aber nicht von einen sehr niedrigen Zinssatz verlocken lassen, und schon gar nicht, wenn es ein Kredit mit variablem Zinssatz ist. Diese niedrigen Zinsen werden mit Sicherheit noch steigen oder zusätzliche Gebühren fallen an.

Man sieht, dass sich ein Dschungel aus Einzelbeträgen auftut, den man allein kaum zu durchforsten vermag. Daher sollte man sich von seinem Berater den Kredit bis ins kleinste Detail vorrechnen, und über sämtliche Variabilitäten informieren lassen. Auch sollte man zu mehreren Anbietern, nicht nur welchen aus der Heimatgegend, Kontakt aufnehmen und nicht ausschliesslich zu den grossen Instituten gehen. Oft hat man bei kleineren Anbietern bessere Verhandlungsmöglichkeiten, bei derselben Qualität. Komplett wegverhandeln kann man, mit etwas Geschick und anderen nachweisbaren Sicherheiten, die Bearbeitungsgebühren und den Grundbucheintrag, der vor allem dann stört, wenn man den Kredit an eine andere Person abtreten will. Die Kontoführungsgebühren lassen sich oft auf einen sehr niedrigen Betrag hinunterhandeln.

Unterlagen, die man ganz sicher braucht, sind ein Einkommensnachweis, der Grundbuchauszug, Polizzen von eventuellen Versicherungen. Sehr nützlich ist hier auch ein sauber geführtes Haushaltsbudgetbuch. Hier zählt auf jeden Fall das Motto: gute Vorbereitung ist alles!

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