Die Indexklausel - Baufinanzierung

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Die Indexklausel - Baufinanzierung


Es handelt sich dabei um einen wirtschaftsrechtlichen Begriff und eigentlich will man sich nicht mit solchen Begriffen beschäftigen, aber in Sachen Hausbaufinanzierung kreuzt praktisch immer ein Kredit den eigenen Weg und somit auch dieser Begriff und für diese eine Situation im Leben sollte man doch wissen, welche Bedeutung hinter diesem Begriff steckt.

Wie bereits erwähnt ist die Indexklausel meist in Kreditverträgen zu finden und wird dort in Verbindung mit den Zinsen aufgeführt, da sie den zu zahlenden Zinssatz beeinflusst.

Das Wort Index selbst hat mehrere Bedeutungen und wird zum Beispiel auch für Inhaltsverzeichnisse oder sonstige Auflistungen verwendet. In diesem Fall, beim Kreditvertrag, hängt das Wort Index aber mit der Zinssetzung der jeweiligen Nationalbanken bzw. Zentralbanken zusammen. Ein Beispiel hierfür wäre die EZB, also die europäischen Zentralbank, oder sehr bekannt ist auch die Federal Reserve in den USA, aber auch in der Schweiz oder in China gibt es solche Einrichtungen. Diese Zentralbanken haben mehrere Funktionen, aber eine der Hauptfunktionen, für die EZB auch praktisch das einzige Ziel, ist die Erhaltung der Geldwertstabilität. Diese Stabilität ist nämlich ständig von der Inflation bedroht, d.h. einer Minderung der Kaufkraft des Geldes. Vor allem in Zeiten boomender Wirtschaft besitzt jeder viel Geld und ist somit auch jeder bereit höhere Preise zu bezahlen.
Die Zentralbanken ändern also oft den Leitzinssatz, um sich der Konjunkturlage anzupassen. Neben dieser Steuerfunktion geben die Zentralbanken auch Geld an die privaten Banken aus, bei denen man seinen Kredit aufnimmt. Dies geschieht mit einer Verzinsung, die dem Leitzinssatz entspricht. Also müssen die privaten Banken mindestens einen Zinssatz berechnen, der dem Leitzinssatz angepasst ist. Zu diesem kommen meist dann noch Gewinn- und Risikoaufschläge hinzu.

Hier sieht man nun den Grund für Indexklausel. Es handelt sich dabei um einen Vertragsbestandteil, der verhindern soll, dass die Banken auch bei langfristigen Krediten durch Zinsschwankungen Verluste machen. Die Indexklausel sichert eine Anpassung des Zinssatzes des Kredites an den Leitzinssatz der Zentralbank und das jedes Mal wenn dieser geändert wird. Sollte also der Leitzinssatz steigen, steigen auch die eigenen Kosten und sollte dieser fallen, sinken die eigenen Zinskosten, alles durch die Indexklausel.

Doch diese Klausel kann man auch zum eigenen Vorteil nutzen, denn der Zinssatz wird durch die Indexklausel auch nach unten korrigiert und wenn man weiss, wann die Zentralbanken den Zinssatz nach unten korrigieren, dann kann das ein Vorteil für einen sein.

Wenn die Gefahr einer Rezession, eines negativen Wirtschaftswachstums, auftritt, dann senken die Zentralbanken meist den Leitzinssatz, um die Investitionen zu steigern, aber auch um private Kreditnehmer zu schützen. Grosse Konsumausgaben und somit ein Wirtschaftsaufschwung, werden nämlich unwahrscheinlicher, wenn jeder einen teuren Kredit abbezahlen muss.

Also bestätigt auch die Indexklausel eine alte Weisheit: Man soll ein Haus bauen wenn es einem gut geht, was bei boomender Wirtschaft meist der Fall ist, denn dann steht man nicht dumm da, wenn es bergab geht. Sollte es einem aber auch in Zeiten der Rezession nicht so schlecht gehen, muss man immer mit einem höheren Zinssatz rechnen, denn die Wirtschaft wird sich immer wieder erholen.




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