Hallo zusammen,
ich habe vor einiger Zeit ein Kallax-Regal lackiert, um das Holz etwas zu schützen und die Optik zu verbessern. Nach dem Lackieren habe ich nun das Problem, dass einige Einsätze (die kleinen Schubladen bzw. Boxen) klemmen bzw. nur mit viel Kraft bewegt werden können. Mein Verdacht ist, dass durch den Lackauftrag die Maße minimal verändert wurden und die Passgenauigkeit dadurch leidet.
Kann mir jemand sagen, wie ich diese Kallax Einsätze am besten anpassen kann, damit sie wieder leichtgängig und ohne Klemmen funktionieren? Ich möchte nicht einfach nur schleifen, da ich die Oberfläche möglichst erhalten will, aber wenn es nicht anders geht, wäre ich für Tipps zur Vorgehensweise dankbar.
Gibt es bewährte Methoden zum Nacharbeiten ohne Schaden am Lack zu verursachen? Oder sollte ich eher an der Schiene/einem anderen Mechanismus ansetzen?
Danke für eure Ratschläge!
ich habe vor einiger Zeit ein Kallax-Regal lackiert, um das Holz etwas zu schützen und die Optik zu verbessern. Nach dem Lackieren habe ich nun das Problem, dass einige Einsätze (die kleinen Schubladen bzw. Boxen) klemmen bzw. nur mit viel Kraft bewegt werden können. Mein Verdacht ist, dass durch den Lackauftrag die Maße minimal verändert wurden und die Passgenauigkeit dadurch leidet.
Kann mir jemand sagen, wie ich diese Kallax Einsätze am besten anpassen kann, damit sie wieder leichtgängig und ohne Klemmen funktionieren? Ich möchte nicht einfach nur schleifen, da ich die Oberfläche möglichst erhalten will, aber wenn es nicht anders geht, wäre ich für Tipps zur Vorgehensweise dankbar.
Gibt es bewährte Methoden zum Nacharbeiten ohne Schaden am Lack zu verursachen? Oder sollte ich eher an der Schiene/einem anderen Mechanismus ansetzen?
Danke für eure Ratschläge!
Pa_amar schrieb:
Nach dem Lackieren habe ich nun das Problem, dass einige Einsätze klemmen bzw. nur mit viel Kraft bewegt werden können.Das Problem entsteht typischerweise durch die zusätzliche Schichtstärke des Lacks an den Kontaktflächen. Um die Einsätze wieder leichtgängig zu machen, empfehle ich zuerst zu prüfen, ob die Klemmstellen an den Seitenwänden oder den Führungen liegen.
Du kannst selektiv die Klemmflächen mit feinem Schleifpapier (Körnung 220 bis 320) behutsam anrauen. Wichtig: Nur die Stellen bearbeiten, an denen der Einsatz tatsächlich klemmt, und vorsichtig arbeiten, um nicht zu viel Lack abzutragen. Nach dem Schleifen mit einem Tuch abwischen.
Sollten die Klemmpunkte an den Führungsschienen liegen, ist es ratsam, dort einen Wachs- oder Silikonspray auf die Gleitflächen aufzutragen. Diese Schmiermittel beeinträchtigen den Lack nicht und sorgen für bessere Gängigkeit.
Alternativ kann man auch mit einem Polierpad und etwas Autopolitur die Auflageflächen leicht bearbeiten, was den Lack etwas glatter macht, aber auch hier Fingerspitzengefühl ist gefragt.
Dopoki schrieb:
Du kannst selektiv die Klemmflächen mit feinem Schleifpapier (Körnung 220 bis 320) behutsam anrauen.Eine sinnvolle Vorgehensweise, die ich noch ergänzen möchte:
Zuerst solltest du genau feststellen, an welchen Stellen der Einsatz klemmt – dazu einfach den Einsatz herausnehmen und von Hand prüfen, ob irgendwo aufgrund von Lackauftrag ein Spalt fehlt. Eventuell hilft eine dünne Filzleiste oder ein passendes Papier, um Kontaktpunkte sichtbar zu machen.
Falls du dich für Schleifen entscheidest: Verwende unbedingt einen Schleifklotz, um eine gleichmäßige Fläche zu gewährleisten—wichtig sind kleine, kontrollierte Bewegungen gegen die Kante, um nicht zu viel Material abzutragen.
Neben Schleifen kannst du auch mit einem kleinen, scharfen Stecheisen oder einem Zieheisen vorsichtig die Kanten an den Innenseiten bearbeiten. Dabei muss man vorsichtig sein, dass der Lack nicht an anderen Stellen beschädigt wird.
Ebenso kann ein feines Schmirgelvlies helfen, um den Lack an Kontaktstellen zu mattieren und so Reibung zu reduzieren, ohne den Schutzfilm ganz zu entfernen.
Fraglich ist, ob deine Lackierung eine Rolle spielt: Bei dickeren Lacken (z.B. Acryllack) kann ein Abnehmen der Kanten unnötig schwierig sein. Man kann dann auch über eine geringe, vorsichtige Nacharbeitung der Führungen nachdenken, etwa mit feinem Schleifpapier auf einem schmalen Holzstab, um Material einzusparen ohne die Lackfläche an den Einsätzen direkt zu gefährden.
Pa_amar schrieb:
Gibt es bewährte Methoden zum Nacharbeiten ohne Schaden am Lack zu verursachen?Oberflächenlacke sind empfindlich gegen mechanische Bearbeitung, weshalb punktuelles Schleifen mit sehr feiner Körnung die beste Lösung ist. Ich empfehle folgendes Vorgehen:
1. Lokalisieren, an welchen Stellen genau der Einsatz klemmt.
2. Diese Stellen mit Schleifpapier Körnung 320 oder feiner einmal minimal abschleifen, sehr behutsam und lieber mehrfach kontrollieren.
3. Den Lack mit einem feuchten, fusselfreien Tuch abwischen, um den Schleifstaub zu entfernen.
4. Optional kann eine kleine Menge passenden Klarlack nachpoliert werden, um den Schutzfilm wiederherzustellen.
Wenn du mit einer sonst glatten Oberfläche arbeitest, ist es sinnvoll, den gesamten Kontaktbereich leicht zu polieren, also mit Politur oder sehr feinem Schleifvlies nachzuarbeiten.
Einfetten der Laufflächen mit trockenem Silikonspray ist eine weitverbreitete Empfehlung. Dabei unbedingt auf Lackverträglichkeit achten.
Pa_amar schrieb:
Ich möchte nicht einfach nur schleifen, da ich die Oberfläche möglichst erhalten willDas ist verständlich, aber ich würde die Frage grundsätzlich stellen: Ist der Lackauftrag das eigentliche Problem, oder sind die Einsätze und das Regal evtl. ohnehin schon leicht verzogen oder unpräzise gefertigt? Manchmal sind Kallax-Einsätze nicht auf hundertstel Millimeter genau gearbeitet.
Über das bloße Nacharbeiten hinaus könnte man also auch überprüfen, ob der Lackauftrag an wirklich relevanten Stellen im Spiel ist oder ob z.B. die Führungen selbst leicht verzogen wurden durch Feuchtigkeit oder Druck.
Zudem: Wurde der Lack auf das komplette Innenmaß aufgebracht oder nur an den sichtbaren Flächen? Manchmal entsteht Klemmen, wenn im Innenmaß geschliffener Lack ungleichmäßig aufgetragen wurde. Hier könnte eine Messung mit einer Schieblehre sinnvoll sein, um das Ausmaß der Maßveränderung genau zu bestimmen.
Ernsthaft: Nur leichtes Nachschleifen oder Schmieren kann oft nur Symptome bekämpfen, nicht die Ursache.
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