Hallo zusammen,
ich würde mal gerne eure Expertenmeinung zu einem Thema hören, bei dem ich gerade in Diskussion mit dem Rohbau-Unternehmen bin. Es geht um eine offensichtliche Kältebrücke, die im Januar (ca. 9 Monate nach Fertigstellung) aufgefallen ist.
Problem:
Im Eck oben an der Decke im Badedzimmer an der Außenwand hat sich Schimmel gebildet. Das Mauerwerk ist in dem Bereich mit der Hand fühlbar deutlich kälter als woanders. Daraufhin wurde ein Foto mit der Wärmebildkamera gemacht, das ich unten angehängt habe. Man sieht, dass es offensichtlich eine Kältebrücke gibt.
Es handelt sich dabei um einen Raum unter dem Dach, darüber befindet sich ein niedriger Dachboden. Die Zwischendecke ist isoliert, das Dach ist komplett per Aufdachdämmung isoliert. Die übrigen Räume im DG haben Sichtdachstuhl, nur im Bad wurde die Zwischendecke eingezogen, damit es besser gelüftet werden kann. Der Dachboden hat keinerlei Undichtigkeit oder Zugluft und ist von der Temperatur her mäßig bis kühl (da nicht direkt beheizt), aber nicht kalt.
Das "Problemeck" befindet sich direkt unter dem Dach an der Nordwestseite des Hauses. Siehe Fotos. Mauerwerk ist 40 cm Ytong mit ein paar cm Isolierputz drauf.
Der Rohbauer erkennt das Problem, meint aber dass es eventuell vom Dach kommt (klar, dass er erstmal das Problem wegschiebt). Ich habe zum Glück in der Rohbauphase Fotos gemacht, siehe Anhang. Meine Vermutung ist, dass die Isolierung am Ringanker nicht in Ordnung ist. Man sieht die Stelle auf den beiden Fotos ganz gut. Die grüne Isolierung sieht an anderen Hausecken anders aus, ohne diesen grauen senkrechten Spalt. Der Rohbauer sagt, der Spalt ist nicht durchgängig, sondern die Nut von den Isolationsplatten, die dort ineinander gesteckt sind, und ganz normal.
Das Badezimmer wurde übrigens ordentlich belüftet, morgens und abends zusammen mit dem gesamten Haus, und nach jedem Duschen. Ich habe ein Hygrometer im Raum und die Luftfeuchtigkeit liegt immer zwischen 45% und maximal 65%.
Ich kenne mich damit zu wenig aus, daher meine Bitte: Hat von euch jemand eine Idee, woran das noch liegen könnte und was die wahrscheinlichste Ursache ist?
Vielen Dank im Voraus!!


ich würde mal gerne eure Expertenmeinung zu einem Thema hören, bei dem ich gerade in Diskussion mit dem Rohbau-Unternehmen bin. Es geht um eine offensichtliche Kältebrücke, die im Januar (ca. 9 Monate nach Fertigstellung) aufgefallen ist.
Problem:
Im Eck oben an der Decke im Badedzimmer an der Außenwand hat sich Schimmel gebildet. Das Mauerwerk ist in dem Bereich mit der Hand fühlbar deutlich kälter als woanders. Daraufhin wurde ein Foto mit der Wärmebildkamera gemacht, das ich unten angehängt habe. Man sieht, dass es offensichtlich eine Kältebrücke gibt.
Es handelt sich dabei um einen Raum unter dem Dach, darüber befindet sich ein niedriger Dachboden. Die Zwischendecke ist isoliert, das Dach ist komplett per Aufdachdämmung isoliert. Die übrigen Räume im DG haben Sichtdachstuhl, nur im Bad wurde die Zwischendecke eingezogen, damit es besser gelüftet werden kann. Der Dachboden hat keinerlei Undichtigkeit oder Zugluft und ist von der Temperatur her mäßig bis kühl (da nicht direkt beheizt), aber nicht kalt.
Das "Problemeck" befindet sich direkt unter dem Dach an der Nordwestseite des Hauses. Siehe Fotos. Mauerwerk ist 40 cm Ytong mit ein paar cm Isolierputz drauf.
Der Rohbauer erkennt das Problem, meint aber dass es eventuell vom Dach kommt (klar, dass er erstmal das Problem wegschiebt). Ich habe zum Glück in der Rohbauphase Fotos gemacht, siehe Anhang. Meine Vermutung ist, dass die Isolierung am Ringanker nicht in Ordnung ist. Man sieht die Stelle auf den beiden Fotos ganz gut. Die grüne Isolierung sieht an anderen Hausecken anders aus, ohne diesen grauen senkrechten Spalt. Der Rohbauer sagt, der Spalt ist nicht durchgängig, sondern die Nut von den Isolationsplatten, die dort ineinander gesteckt sind, und ganz normal.
Das Badezimmer wurde übrigens ordentlich belüftet, morgens und abends zusammen mit dem gesamten Haus, und nach jedem Duschen. Ich habe ein Hygrometer im Raum und die Luftfeuchtigkeit liegt immer zwischen 45% und maximal 65%.
Ich kenne mich damit zu wenig aus, daher meine Bitte: Hat von euch jemand eine Idee, woran das noch liegen könnte und was die wahrscheinlichste Ursache ist?
Vielen Dank im Voraus!!
guckuck2 schrieb:
Konstruktionsbedingte Schwäche monolithischer Wände sind die betonierten Decken. Dafür gibts Ringankerschalungen mit Dämmschicht (innen in der Schalung oder von außen). Wurde solche benutzt?Ich habe mal gegoogelt. Es wurden Deckenrandschalungen verwendet, die an der Stirnseite mit Nut und Feder versehen sind (siehe Bild unten). Meine Vermutung ist, dass bei der Schalung, die von rechts im rechten Winkel anstößt, die Feder nicht abgeschnitten wurde und die Lücke einfach mit Putz zugeschmiert wurde. Anders lässt sich der zweite Spalt (Pfeil) nicht erklären. Der erste "Spalt" links davon ist die Nut, das ist tatsächlich in Ordnung.sub-xero schrieb:
Die Wärmebildkamera hat von außen keine Auffälligkeiten gezeigt.Das kann nicht sein, ein Wärmedurchgang geht wie der Name schon sagt durch.sub-xero schrieb:
Von innen habe ich leider an dem Eck kein Bild gemacht, aber in einem anderen Raum.Dann hole das doch nach.sub-xero schrieb:
Eine Kältebrücke gibt es jedoch nur in dem oben beschriebenen Raum.Das ist so weit nicht verwunderlich, wie Du ja sagtest, daß es in den anderen Räumen die Decke nicht gäbe.sub-xero schrieb:
Meine Vermutung war, dass es an der Isolierung liegt, die an der Außenseite vom Ringanker angebracht ist.Ja, und dazu sagte ich bereits, der Ringanker läge relativ zu niedrig. Dicker einzumümmeln geht er kaum, da er mit mehr Isolierung wohl zu stark geschwächt wäre. Deine Bebilderung läßt zudem den Schluss zu, die Isolierung sei nur außenseitig angebracht worden. Das wäre ein Fehler. Hier könnte dann sogar nur innenseitig der bessere Weg gewesen sein.https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
A
Allthewayup19.02.23 20:04sub-xero schrieb:
Ich habe mal gegoogelt. Es wurden Deckenrandschalungen verwendet, die an der Stirnseite mit Nut und Feder versehen sind (siehe Bild unten). Meine Vermutung ist, dass bei der Schalung, die von rechts im rechten Winkel anstößt, die Feder nicht abgeschnitten wurde und die Lücke einfach mit Putz zugeschmiert wurde. Anders lässt sich der zweite Spalt (Pfeil) nicht erklären. Der erste "Spalt" links davon ist die Nut, das ist tatsächlich in Ordnung.Ist die mit dem Pfeil markierte Stell ein offener Spalt geblieben, der lediglich verputzt wurde deiner Vermutung nach? Um das zu überprüfen bleibt am Ende nur das partielle öffnen der Fassade und nachsehen ob der Spalt wirklich "vergessen" wurde zu schließen. Falls dem so ist, lässt sich die Ursache ja ziemlich leicht beheben und der Spalt mit Isolierung schließen.11ant schrieb:
Ja, und dazu sagte ich bereits, der Ringanker läge relativ zu niedrig. Dicker einzumümmeln geht er kaum, da er mit mehr Isolierung wohl zu stark geschwächt wäre. Deine Bebilderung läßt zudem den Schluss zu, die Isolierung sei nur außenseitig angebracht worden. Das wäre ein Fehler. Hier könnte dann sogar nur innenseitig der bessere Weg gewesen sein.Was heißt, zu niedrig? Höher legen kann man ihn ja nicht, sonst würde das Haus höher werden. Ich verstehe nicht ganz, weshalb man die Isolierung des Ringankers innen anbringen sollte? Das ist nicht üblich, siehe auch hier:[IMG width="484px"]https://www.sanier.de/wp-content/uploads/images/ringanker-Dämmung-grafik-us.jpg[/IMG]
Allthewayup schrieb:
Ist die mit dem Pfeil markierte Stell ein offener Spalt geblieben, der lediglich verputzt wurde deiner Vermutung nach? Um das zu überprüfen bleibt am Ende nur das partielle öffnen der Fassade und nachsehen ob der Spalt wirklich "vergessen" wurde zu schließen. Falls dem so ist, lässt sich die Ursache ja ziemlich leicht beheben und der Spalt mit Isolierung schließen.Ja, meine Vermutung ist, dass ein Spalt geblieben ist, der nur verputzt wurde. An allen anderen Hausecken ist dort nämlich kein Spalt zu sehen. Das wäre auch mein Argument, dass die Rohbau-Firma dort aufmacht und das prüft bzw. korrigiert.sub-xero schrieb:
Was heißt, zu niedrig? Höher legen kann man ihn ja nicht, sonst würde das Haus höher werden. Ich verstehe nicht ganz, weshalb man die Isolierung des Ringankers innen anbringen sollte?Ich vermute @11ant meint dieses Problem:Also zu niedrig im Verhältnis zur Oberen Geschossdecke bzw deren Dämmung. Die Geschossdeckendämmung müsste, wenn der Ringanker nicht selbst allseitig gedämmt ist, auf Höhe, besser unter dem Ringanker anschließen um eine vollumfänglich geschlossene thermische Hülle zu bilden.
Ist übrigens bei mir recht ähnlich, nur dass es bei mir nicht zu so krassen Wärmebrücken führt.
Also mehr so:
Also dadurch, dass bei mir U-Steine genommen wurden und die Dämmung in den Stein gelegt wurde und weiter nach innen verschoben wurde ist die Wärmebrücke an der Stelle kleiner.
Ganz richtig wäre es wohl so:
wohl gemerkt, am Ende ist die Konstruktion egal, es müssen bestimmte Werte eingehalten werden.
Also z.B. bei 20°C RT und -5° AT, darf innen an der Außenwand die Temperatur nicht unter 12,6°C sinken.
Ein Sachverständiger kann dir das auch zu anderen Temperaturverhältnissen ausrechnen und nachweisen. Wenn die Wärmebrücke an der Stelle zu groß ist, liegt ein Mangel vor, ansonsten (wahrscheinlich) nicht. Also der Mangel liegt nicht direkt in der Konstruktion an sich.
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