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Heizen mit Erdgas


Erdgas ist der meistgenutzte Energieträger in Deutschland, sei es im Neubau oder bei der Bestandsmodernisierung. Eine Gasheizung ist sehr kompakt, lässt sich überall aufstellen, ohne einen besonderen Raum parat zu haben. Einen Lagerraum benötigt man auch nicht, kein rechtzeitiges bestellen von Öl oder Pellets – sofern das Grundstück mit Gas versorgt wird.

Wenn das Grundstück mit einem Gasanschluss versehen ist, gehören die Anschaffungskosten einer Gasheizung zu den preislich günstigsten; das Heizen selbst ist nicht gerade die günstigste Lösung – auch kann Erdgas nicht günstig auf Vorrat gekauft werden. Zudem gehört Erdgas zu den fossilen Brennstoffen, deren Vorkommen begrenzt ist und sich aus diesem Grunde in Zukunft stetig verteuern wird. Auch Erdgas wird in je nach Region in verschiedenen Sorten geliefert; Erdgas L (Low) hat einen etwas geringeren Energiegehalt und ist deshalb auch etwas billiger als Erdgas H (High). Im Energiepass sollte der unterschiedliche Brennwert auch berücksichtigt werden – H-Gas liegt in der Regel knapp unter bis über 11, L-Gas unter bis knapp über 10 kWh/m³. Erdgas L stammt hauptsächlich aus heimischer Förderung und wird fast nur in NRW geliefert, allgemein geht die heimische Erdgasförderung zurück. Künftig wird Erdgas H der alleinige Erdgas-Brennstoff sein.

Erdgas hat einen höheren Brennwert als Heizöl und ist für Brennwertheizungen besonders gut geeignet. Die Brennwerttechnik ist für die permanente Kondensation des in den Abgasen enthaltenen Wasserdampfes ausgelegt. Kondensiert Wasserdampf, gibt er Energie als „latente Wärme“ ab. Durch die Kondensation können bei Erdgas theoretisch weitere 11% der im Brennstoff enthaltenen Energie genutzt werden – in der praktischen Nutzung liegt man hier bei 5 – 8% (ca. 30% besser als Heizöl). Der Stickoxid-Anteil von Erdgas ist dazu ungefähr ein Drittel geringer als bei Erdöl; Erdgas trägt deshalb gerade in Verbindung mit der Brennwerttechnik zur Umweltschonung bei.

Im Neubau sind Erdgas-Brennwertheizungen unkompliziert. Die Heizgeräte selbst sind auch bei der Modernisierung und im Altbaubereich einfach einzusetzen – aber die Abgasableitung bedarf hier besonderer Beachtung. Die abgekühlten Rauchgase aus Brennwertheizungen würden an alten, auf heiße Abgase ausgelegten Kaminwänden kondensieren und zu deren Versottung führen, außerdem ist das anfallende Kondensat sauer und greift alte Kaminrohre an. In der Modernisierung werden bei Nutzung bestehender Kamine neue säurebeständige Rohre in den bestehenden Kamin eingeführt, diese Kosten müssen bei der Planung beachtet werden.
Da der Staat die Modernisierung mit Gas-Brennwerttechnik mittels finanziellen Zuschüssen und günstigen Darlehen fördert, ist die Erneuerung einer alten Heizungsanlage durch Erdgas-Brennwerttechnik dennoch eine günstige Wahl.






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