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Verlegeanleitung für Laminat


Die Auswahl eines Bodenbelages ist natürlich eine Frage des eigenen Geschmacks. Die Tendenz geht allerdings immer mehr zu pflegeleichten Belägen mit einer natürlichen Holzoptik. Laminat ist sehr langlebig, robust und auf den ersten Blick schwer von einem Parkettboden aus echtem Holz zu unterscheiden, aber dennoch erheblich preisgünstiger.

Materialauswahl
Laminat gibt es in verschiedenen Dekoren und Farben. Doch neben der Optik sollten auch Vorüberlegungen getätigt werden, wie stark der Boden letztendlich beansprucht wird. Ob er in einem gewerblich genutzten Raum mit hoher Benutzungsintensität oder eher im privaten Schlafzimmer mit geringer Beanspruchung verlegt werden soll. Davon abhängig sollte die entsprechende Beanspruchungsklasse des Laminats ausgewählt werden. Besonders einfach zu verlegen ist sogenanntes Click-Laminat. Dabei werden Nut- und Feder der Laminat-Elemente fugenfrei ohne Verwendung von Leim ineinandergefügt.

Raumausmessung und Materialberechnung
Vor dem Kauf sollte die Breite und Länge des neu auszulegenden Raumes mit einem Zollstock oder Massband ermittelt werden. Zur ermittelten Fläche sollten noch knapp 3-5 Prozent bei rechteckigen Flächen hinzugerechnet werden, da immer Verschnitt oder unter Umständen Bruch beim Zuschnitt des Laminats anfällt.

Vorbereitungen
Der Unterlagsboden sollte trocken und eben sein. Bestehende Teppichböden, sollten natürlich vorher rückstandsfrei entfernt werden, da diese, vor allem Hochflorige, zu weich sein könnten gegenüber einer herkömmlichen Laminatunterlage. Was dann in der Oberfläche des Laminats Fugen hervorrufen würde. Generell kann Laminat auf Trittschallunterlage direkt auf Estrich, PVC oder alte Dielenböden schwimmend verlegt werden. Ansonsten sollten Unebenheiten mit geeigneter Spachtelmasse ausgeglichen werden. Um festzustellen, ob beispielsweise ein neuer Zementestrich tatsächlich trocken ist, empfiehlt es sich, über Nacht eine ca. 50cm x 50cm grosse Plastikfolie luftdicht auf den Boden mit Klebeband zu fixieren. Bildet sich kondenswasser, sollte vor dem Verlegen des Laminats eine Dampfsperre verlegt werden, um eine spätere Durchfeuchtung des Laminats zu verhindern. Bei der Verlegung sollten sich die Nahtbereiche der Folie überlappen. Die Folien sind mit entsprechendem feuchtigkeitbeständigem Isolier-Klebeband zu verkleben. Um Tritt- und Raumschall zu reduzieren, empfiehlt sich wie bereits erwähnt das verlegen einer Trittschallmatte - Darauf sollte keines falls verzichtet werden. Es sei denn, das Laminat hat bereits einen aufkaschierten Trittschall.

Das Verlegen des Laminats
Diese Anleitung kann ergänzend verwendet werden, ersetzt aber nicht die des Produktherstellers!

An der Zimmerwand kommen die Abstandhölzer und Keile zum Einsatz. Das Laminat benötigt eine Bewegungsfuge von ca. 7-10 Millimeter zur Wand. Denn das Laminat besteht hauptsächlich aus Holz, das bedingt durch Temperatur und Feuchtigkeit ausdehnt und schwindet. Laminat wird am besten in die Richtung der Hauptlichtquelle hin verlegt. Das eigentliche Verlegen ist sehr einfach. Üblicherweise ist auch jedem Paket eine Verlegeanleitung beigelegt. Das erste Element wird an der Wand auf den Boden gelegt, das nächste Element an der Längsseite angelegt und eingeklickt. Die Stirnfuge wird dabei durch ein leichtes Schlagen mit dem Hammer und dem zum Laminat passenden Schlagklotz verschlossen. Profis mit entsprechendem Qualitätslaminat schaffen diese Arbeit übrigens ohne Hammer und Schlagklotz, indem sie das Laminat Stirnseitig und am anderen Ende der Längsseite beginnend einklicken und dann durch leichtes anheben und durch einen feinen Handstoss in die bereits verlegte Fläche einarbeiten. So wird Element um Element eingefügt, bis man die Wand erreicht und man das letzte Paneel kürzen muss. Mit dem Abschnitt der dabei entsteht beginnt man dann die neue Reihe. Um dabei kein „Treppenmuster“ zu erhalten empfiehlt es sich, die neuen Reihen mit 3-4 verschiedene Längen zu beginnen und immer wieder mal zu wechseln.

Das verlegen der einzelnen reihen wiederholt sich nun bis zum letzten Wandelement, das in der Regel gekürzt werden muss. Dieses kann nun mit Hilfe des Zugeisens ebenfalls eingeklickt werden.
Bei der Verlegung des Laminats dürfen keine Kreuzfugen entstehen. Daher sollte immer ein Versatz von mindestens 30 Zentimeter gegeben sein. Ist ein Raum länger als acht Meter, empfiehlt es sich, ein Dehnfugenprofil einzubauen, um auch hier dem Laminat den notwendigen Bewegungsspielraum im Laufe der Jahre zu gewähren.

In den meisten Fällen ist eine Kürzung der Türen und der Türzargen notwendig, da das Laminat und die Trittschalldämmung zusammen eine beträchtliche Dicke aufweisen. Sind Heizungsrohre gegeben, empfiehlt sich die Verwendung eines Lochbohrers. Das zu bohrende Loch sollte einen grösseren Durchmesser aufweisen als das Rohr. Auch hier sollten die 7-10mm Abstand eingehalten werden. Im Anschluss daran wird an dieser Stelle ein Trapezmuster aus dem Laminat-Element herausgeschnitten, das Element an das Rohr angepasst und das soeben herausgeschnittene Trapez wieder angefügt. Mit geeigneten Abdeckkappen kann die Schnittstelle kaschiert werden. Die elegantere Lösung jedoch ist, falls dies die Gegebenheiten zulassen, bei den Heizungsrohren den Stoss de Elemente anzubringen. Dadurch lassen sich zusätzliche sichtbare Schnitte umgehen.

Info: Materialliste
Für das problemlose Verlegen von Laminat sind Werkzeuge und Hilfsmittel nötig. So wird ein Schlagklotz, der in der Regel beim Fertigsatz dabei ist, ein Schlaghammer, ein Zugeisen, mehrere Keile und Abstandhölzer, ein Bleistift, ein Zollstock und eine Kapp- oder Gehrungssäge benötigt. Alternativ kann auch ein Laminat-Schneider oder eine Stichsäge verwendet werden.




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