Unter dem Begriff Lüftungsanlagen versteht man ein mechanisches Belüftungssystem, das frische Außenluft einem oder mehreren Wohn- oder Betriebsräumen zuführt und / oder belastete Raumluft und Schadstoffe nach außen (ins Freie) befördert. Dementsprechend unterscheidet man bei Lüftungsanlagen im Allgemeinen zwischen reinen Zuluftanlagen und Abluftanlagen, oder, wie es meist der Fall ist, zwischen einer Kombination aus beiden Fällen. Diese Kombination, aber auch eine reine Zuluftanlage, wird häufig mit einer Wärmerückgewinnung versehen, da diese Energieersparnisse (hinsichtlich der Heizungsenergie) bietet.
Lüftungsanlagen, die als reine Zuluftanlage gedacht sind, können nur in Verbindung mit folgenden Bauelementen funktionieren: der bereits erwähnten Wärmerückgewinnung, einem Luftbrunnen (Erdwärmeaustauscher), einer Mischkammer, einem Erhitzer oder Heizregister (diese regulieren die Temperatur der Außenluft und können das Heizungssystem des Hauses entlasten) und einem Nachhitzer, welcher ebenfalls die Temperatur der Außenluft erwärmt, dabei aber einer anderen Funktion (z.B. der Wärmerückgewinnung) nachgeschaltet wird. Da bei einer Zuluftanlage Außenluft in das Wohngebäude gepumpt wird, muss diese mit einem Luftfilter versehen sein. Dieser fängt Staub, Insekten, aber auch lästige Pollen ab. Ein Druckschalter überwacht dessen Funktion und gibt Bescheid, wann der Filter zu wechseln ist. Eine reine Abluftanlage hingegen ist nur in bestimmten Formen anzutreffen, vor allem in einem Wohnhaus. Hierbei werden Schadstoffe und belastete Raumluft ins Freie geführt. Meist werden diese als Abluftanlagen im WC oder als Dunstabzug in der Küche verwendet. Meist werden aber Lüftungsanlagen verwendet, die beide Systeme vereinen. Hinzu kommt, dass eine Wärmerückgewinnung mittlerweile fast Standard ist, in einigen Regionen der Schweiz ist diese sogar verpflichtend vorgeschrieben. Dadurch kann man gegenüber einer herkömmlichen Belüftung eine Energieersparnis erreichen, die etwa zwischen 40 – 90 % der verwendeten Heizenergie beträgt.
Aus dieser Beschreibung geht nun auch hervor, dass Lüftungsanlagen, welche Variante auch immer, die Luft nur erwärmen können. Wer die Raumluft zusätzlich kühlen oder befeuchten möchte, muss auf eine Teil- oder Vollklimaanlage zurückgreifen.