Nebenkosten beim Hausbau
Auch heute noch ist der Wunsch nach einem eigenen selbstgebauten Häuschen mit Garten sehr aktuell. Egal ob man selbst baut, saniert oder ein fertiges Haus kauft, ein Finanzplan muss vorerst her. Milchmädchenrechnungen sollte man schnellstens wieder von Bord werfen. Die meisten Schulden entstehen durch unerwartete Nebenkosten die man von Anfang an mit einberechnen sollte. Da schon während des Baus heimtückische Kosten auftauchen, sollte man sich unbedingt an einen Finanzberater wenden.
Wer keine Probleme auf seiner Baustelle haben will, sollte sich die bürokratischen Wege keinesfalls ersparen. Nun folgt eine Auflistung der wichtigsten Nebenkosten für Grund und Gebäude.
Grunderwerbssteuer
Bei jedem Kauf einer Immobilie fällt die Grunderwerbssteuer an. Dies gilt auch bei Erbe und Schenken. Es gibt dabei jedoch Unterschiede beim Steuersatz der zwischen 2% und 8,5% variiert. Normalerweise erledigt der Notar oder Bauplaner die Meldung beim Finanzamt. Ansonsten muss man dies selbst melden, bekommt dann einen Bescheid mit der genauen Steuersumme die man bis 15. des Folgemonats einzahlen muss.
Grundbuch
Im Grundbuch sind alle Rechte und Pflichten des jeweiligen Grundstückes und/oder Gebäudes gespeichert. Dieses Verzeichnis wird von den zuständigen Bezirksgerichten geführt und kann von jedem eingesehen werden. Solange man einen Grund nur besitzt darf man zum Beispiel nicht bauen und jeder dürfte das Eigentum betreten. Erst wenn der Grundbucheintrag rechtskräftig ist, kann man seine Rechte in Anspruch nehmen. Wenn dies nicht der Notar erledigt, muss man sich an die örtliche Bezirkshauptmannschaft oder an das Bezirksgericht wenden.
Gerichtskosten
Damit sind vor allem die Grundbuchkosten gemeint
Vertragserrichtung
Die sind sämtliche Kosten für die Ratifizierung nötiger Verträge (Kaufvertrag etc.)
Vermessungskosten (Geometer)
Um sicher zu gehen, dass bei dem Grundstückmassen nicht geschummelt wurde, wendet man sich ans Vermessungsamt, diese geben die Masse ans Grundbuch weiter.
- Bürokratische Nebenkosten
Notariatsgebühren
Ein Notar ist in Österreicher in Gegensatz zur Schweiz nicht Pflicht. Aber hier wird noch mal betont. Zur eigenen Sicherheit ist es ratsam einen Experten zu beauftragen. Sind die Verträge einmal notariell beglaubigt, kann sie nachher niemand mehr ändern und man ist somit auf der sicheren Seite. Meistens teilen sich Käufer und Verkäufer die Notarkosten, die eine gute Investition sind.
Honorare und Spesen
Kleinvieh macht auch Mist. Neben Kosten für Makler, Anwälte etc. sollte man auch an die Parkgebühren, Kopierkosten etc. denken.
Rechtsgebühren und Bewilligungen
Möchte man Grundbucheintragungen ändern, die nicht erworben wurden, muss man sich normalerweise ans Bezirksgericht wenden. Diese Bewilligung muss man dann selbst bezahlen. Ebenso kostet jeder Vertrag der gemeldet wird auch Geld.
Hausanschluss
Manchmal muss abgeklärt werden welche Leitungen bereits vorhanden sind. Dies gilt vor allem für Strom, Wasser und Gasnetz. Die Kosten für diese Überprüfungen muss man auch selbst übernehmen
Versicherungen
Um im Versicherungsdschungel einen Überblick zu bewahren, sollte man auch hier einen Profi an Land ziehen. Ein guter Versicherungsberater kann sie da sicherlich beraten. Viele Versicherungen wie Haftpflicht, Rechtschutz oder Eigenheimversicherungen kann man auch oft übertragen lassen. Daher man muss nicht doppelt für einen Versicherungsschutz bezahlen. Diese drei genannten sind aber unumgänglich und sollten, wenn noch nicht vorhanden auf jeden Fall abgeschlossen werden. Einen wichtigen Schutz bietet die Rohbauversicherung. Diese muss man für eine gewisse Zeitspanne abschließen, deckt aber sämtliche Schäden (Feuer, Naturgewalten, Planungsfehler etc.) in der Rohbausphase ab. Vorteilhaft ist, wenn man die Versicherung etwas länger als geplant abschließt um mögliche Zeitverschiebungen mit ein zu planen.
Schließt man die Bauleistungsversicherung ab, könnte man auf die Rohbauversicherung eigentlich verzichten, da sie ziemlich viel abdeckt. Aber sicher ist sicher. Die Bauleistungsversicherung deckt alle möglichen Schäden ab. Elementare Einflüsse wie Wind, Hagel, Murenabgänge etc.), Diebstahl (ausgenommen Autos, Pläne, Akten etc.), Vandalismus und Planungsfehler. Diese Versicherung sollte man schon vor Baubeginn abschließen.
Dies war ein Überblick der wichtigsten Nebenkosten und ersetzt natürlich keine professionelle Beratung die auf jeden Fall in Anspruch genommen werden sollte. Bezüglich Versicherungen und Finanzierung sollte man lieber einige Angebote vergleichen und nach reichlicher Durchsicht entscheiden.